Ratgeber

 
Analoge Fotos sortieren und ordnen - eine Anleitung

Analoge Fotos sortieren und ordnen

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Auch wenn sie mittlerweile nur noch von Liebhaberinnen und Liebhabern produziert werden, haben wir sie wohl alle noch in unseren Schränken und Schubladen. Die Rede ist von analogen Fotos. Ja genau! Die, auf denen man nicht mit zwei Fingern ranzoomen kann. Vielleicht hast du eine ansehnliche und gut sortierte Sammlung, sei es in Alben oder Fotokisten. Vielleicht herrscht bei dir aber auch noch das wilde Foto-Chaos mit Bildern an drei verschiedenen Orten, fünf unterschiedlich großen Alben und einer Vielzahl an lose herumfliegenden Fotos.

 

Hast du den Wunsch, endlich Ordnung in deine analogen Erinnerungen zu bringen, um immer wieder mit Freude darin schwelgen zu können und ihnen die Wertschätzung zu geben, die sie verdient haben? Dann habe ich hier eine Anleitung für dich, wie ich die analogen Fotos von mir und meiner Familie aufgeräumt habe.

 
Sich einen Überblick verschaffen

 

In den meisten Fällen handelt es sich eben nicht nur um Bilder einer einzigen Person, sondern vielmehr einer Familie oder mehrerer Generationen. Daher kann es hilfreich sein, das Projekt gemeinsam anzugehen, damit auch die Entscheidung, ob ein Foto behalten oder entsorgt wird, gemeinsam getroffen wird. Es kann zusammen auch deutlich mehr Spaß machen. In meinem Fall habe ich mich mit meinem Vater verabredet.

 

Zu Beginn solltest du einmal sämtliche Fotos, egal ob einzelne Bilder, in Fototaschen oder in Alben an einen Ort bringen. Das kann ein großer Tisch oder eben auch der gemütliche Teppich sein. Außerdem ist es wichtig, ein paar Stunden Zeit einzuplanen, so schafft man schnelle Erfolge und schließlich will man ja nicht nach einer Stunde schon wieder alles wegräumen müssen, weil es im Weg rumliegt.

Analoge Fotos sortieren und aussortieren

 
Sortieren und aussortieren

Wenn ein Ort gefunden ist, die Fotos zusammengetragen sind, vielleicht ein bisschen Hintergrund-Musik läuft und eventuell ein Kaffee oder Tee bereitsteht, dann kann es so richtig losgehen. Nimm dir den ersten Stapel loser Fotos oder das erste Album zur Hand und schau wirklich alle Bilder durch. Verschwommene, unscharfe, nichtssagende und ungeliebte Bilder dürfen jetzt schon den Weg in die dazu bereitgestellte „Zu entsorgen“-Kiste finden. Ich konnte z.B. gar nichts mehr mit Aufnahmen aus dem Zoo anfangen und fand die Bilder eingesperrter Tiere eher traurig. Also weg damit. Alles, was schlechte Erinnerungen auslöst, darf an dieser Stelle schon mal gehen.

Analoge Fotos aussortieren

 

Für alle anderen Fotos haben wir Stapel angelegt, auf denen wir jeweils einen beschrifteten Zettel platziert haben. Mir kamen am Anfang schnell die Fragen: „Nach was wollen wir die Bilder eigentlich sortieren? Nach was werde ich später am ehesten suchen? Nach Anlass (z.B. Urlaube) oder eher nach Personen (z.B. Kinderfotos von mir) oder doch nach etwas ganz anderem?“ Der Gedanke war, dass jedes Bild schließlich nur in einfacher Ausführung vorhanden ist und nicht wie die digitalen Geschwister mal eben kopiert und in zwei Ordner sortiert werden kann.
 

Ich stellte fest, dass diese Fragen sich sehr schnell klärten, denn es ergab sich, dass es sowohl Stapel zu Anlässen (Hochzeit o.ä.), zu Orten (das Haus, was renoviert wurde) sowie zu Personen und innerhalb der Personen sogar zur chronologischen Reihenfolge gab. Wichtig ist dabei, einfach zu machen und auszuprobieren. Es ist eben ein Prozess und dazu gehört auch, dass es mal in die eine und mal in die andere Richtung geht, bevor klar ist, was besser funktioniert.
 

Diese Stapel sind sowieso erst mal etwas gröber und können sich noch mal ändern, weil im Laufe der Sortierung eine andere Kategorisierung mehr Sinn ergibt oder manchmal nur sehr wenig Material in einer Kategorie auftaucht, das dann mit einer anderen zusammengelegt werden kann. Manchmal gibt es schon eine vorhandene Sortierung. In unserem Fall war diese manchmal schon sinnvoll, in anderen Fällen haben wir sie über den Haufen geworfen. Daher ist meine Empfehlung, wirklich bei Null anzufangen und neu zu denken, vorherige Sortierungen aber dennoch als guten Anhaltspunkt zu betrachten.

 
Sichtbare Ergebnisse

 

Mit der Zeit reihen sich mehr und mehr Stapel auf, vieles bleibt bestehen, manches wird verändert und so lässt sich schnell eine entstehende Sortierung erkennen. Es macht Spaß, über gewisse Ereignisse der Vergangenheit zu lachen und zu wissen, dass es in Zukunft einfacher sein wird, bei Bedarf darauf zuzugreifen. Auch die „Zu entsorgen“-Kiste wächst weiter an, was dazu führt, dass die Qualität der gesammelten Bilder weiter steigt. Auch wenn es zwischendurch mal mühsam ist, die noch vor einem liegenden Bilder und Alben werden weniger, ein Ende ist in Sicht.

 

Jetzt kann es hilfreich sein, die Kategorien noch einmal zu überprüfen und auch vielleicht noch mal eine zweite Aussortier-Runde zu machen. Sind doppelte Motive vorhanden? Kann eins bevorzugt werden und das andere gehen? Passt die Sortierung so? Könnte noch etwas zusammengelegt werden?

Analoge Fotos sortieren und ordnen

 

Am Ende sind mein Vater und ich insgesamt 37 Fototaschen, 35 Alben, sowie zahllose einzelne Bilder durchgegangen. Davon haben wir über 550 Bilder entsorgt und etwa 250 an andere Personen innerhalb der Familie weitergegeben. Die Fototaschen und alten Alben haben wir entsorgt, weil wir gern eine neue, einheitliche Lösung schaffen wollten.

 
Ein kleiner Exkurs

 

Während man da so aussortiert und ordnet, kann man auch noch etwas lernen. Ich finde nämlich, es kann einem zukünftig dabei helfen, viel bewusster digital zu fotografieren. „Ist dieses Foto es überhaupt wert, geschossen zu werden?“, könnte man sich doch häufiger mal fragen. Du kennst es doch bestimmt auch? Du machst Bilder von etwas, dass das du dir fünf bis zehn Jahre später anschaust und keinerlei Bezug mehr dazu hast. Das sind dann z.B. die Blumen am Wegesrand. Die blühen aber jedes Jahr und da sage ich: dann doch lieber auf einen Spaziergang rausgehen und einfach nur die Blumen und die frische Luft genießen. Die Gesundheit und die digitale Ordnung werden es danken.

 

Früher hatte der Film ja auch eine maximale Anzahl an Fotos, welche dann zum Entwickeln gebracht werden mussten und schließlich auch Geld gekostet haben. Heute wird einfach wild drauf los geknipst, einfach weil die Speicher nahezu unerschöpflich sind und es ja auch kein Geld kostet. Bei einem analogen Motiv war das schon eine bewusstere Entscheidung.

 

Und warum machen wir überhaupt Fotos? Als Kind ist es einem doch völlig egal. Irgendwann kommt es dann dazu, dass wir bestimmte Momente festhalten, die uns begeistert, fasziniert oder ein besonderes Gefühl gegeben haben. Ich glaube, vielen ist das mit der Zeit abhanden gekommen. Das war auch bei mir so. Spätestens beim ersten Smartphone wurde ich irgendwann blind. Ich habe einfach nur noch Fotos gemacht, weil es selbstverständlich war. Ich hatte es ja immer bei mir, also wurden die Gelegenheiten auch immer mehr. Bis ich irgendwann mal meine digitalen Fotos aufgeräumt habe. Ein prägendes Erlebnis mit Schocktherapie, das mir aber auch geholfen hat, bewusster Fotos zu machen und Dinge mehr zu genießen und weniger festhalten zu wollen.

 
"Und wo packen wir die jetzt rein?"

 

Was feststand, war, dass es eher eine Fotobox für die zukünftige Aufbewahrung sein sollte. Der Foto-Ordnungs-Markt hielt aber nichts bereit, was mir so richtig gefiel. Außerdem fand ich die meisten Produkte reichlich überteuert. Dann ging die Überlegung in Richtung passender Holzkisten.

 

Gesagt, getan. Nach kurzer Recherche habe ich eine passende Ausführung gefunden. Ich entschied mich für diese Aufbewahrungskiste von "Zeller Present". Mit den Maßen von 30 x 20 x 14 cm bietet sie genug Platz, um die Fotos dort hintereinander reinzustellen. Die Kiefernholz-Optik gefällt mir sowieso immer, weil sie eine angenehme Wärme reinbringt. Sie sieht schön aus, war gleichzeitig noch recht günstig und – das gefällt mir besonders – sie lässt sich bei Bedarf auch noch individuell gestalten, sei es mit einem Lack, einer Lasur oder Beize oder auch geflammt. Manchmal muss man halt etwas um die Ecke denken und findet dann eine fabelhafte, individuelle Lösung.

 

Allzweckkiste aus Kiefernholz mit Deckel

 

Jetzt war nur noch die Frage, wie wir es bewerkstelligen, innerhalb der Kisten Unterteilungen zu schaffen, die dafür sorgen, dass die Fotos in den Kategorien sortiert bleiben. Passende zu den Holzkisten kam mir die Idee, eine Art Trenner aus ca. drei Millimeter dünnen Sperrholz-Platte zu sägen, die dann die Breite des Kisteninneren haben und in der Höhe über die Bilder hinausragen, damit man sie dann am oberen Rand noch beschriften kann.

 

DIY-Fotokiste aus Holz
DIY-Fotobox aus Holz
DIY-Fotokiste aus Holz
DIY-Fotobox aus Holz

 

Ich finde, es ist eine ganz wunderbare, individuelle und schöne Lösung dabei herausgekommen, die absolut mit anderen Fotokisten mithalten, wenn nicht sogar diese übertrumpfen kann. Wenn ich dann bei meiner Familie bin und Lust habe, mir Fotos von früher anzusehen, wird es jetzt viel mehr Spaß machen.

 
Zusammenfassung

 

  • mit dem/der/den Liebsten verabreden und genug Zeit einplanen

  • alles Fotos zusammentragen (sämtliche Alben, Fototaschen und lose Fotos)

  • wirklich alle Bilder durchsehen und unscharfe, verschwommene sowie nichtssagende direkt entsorgen

  • den Rest nach Kategorien in beschrifteten Stapeln vorsortieren

  • Sortierung am Ende überprüfen und ggf. eine zweite Aussortier-Runde machen

  • eine einheitliche Lösung zur zukünftigen Aufbewahrung finden, sei es durch Fotoboxen oder Alben, und diese beschriften

  • sich der neuen Ordnung erfreuen und mit Leichtigkeit in Erinnerungen schwelgen

Viel Spaß!

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